Selbstvertretung

Na klar!

Der Lebenshilfe Trier e. V. möchte Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen darin unterstützen, für ihre Rechte selbst einzutreten und auch ihre Stimme geltend zu machen! Nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere. Sie sollen „Selbstvertreter*innen“ werden.

Getreu nach dem Motto: „Nichts über uns ohne uns!“ sollen sie MIT-MACHEN, sich EIN-MISCHEN und MIT-MISCHEN in der Gesellschaft. Es geht um Empowerment, Partizipation und Inklusion gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention.

Das wollen wir

Unser Ziel ist es, im Miteinander Entscheidungen treffen zu können und deshalb Selbstvertreter*innen in folgenden Lernaspekten aktiv zu unterstützen:

Selbst ihre Meinung zu vertreten!

Selbst für ihre Rechte einzutreten und diese zu kennen!

Selbst bei Entscheidungen mitzuwirken!

Selbst politische Zielsetzungen anregen!

Selbstbestimmt leben zu können!

Selbst für andere eintreten!

Selbst Experten*innen in eigener Sache sein!

Selbstvertreter*innen lassen dabei nicht Unterstützer*innen, Mitarbeiter*innen oder Familienangehörige für sich sprechen: Sie reden selbst.

Wir wollen Hilfe zur Selbsthilfe ermöglichen, weshalb Selbstbestimmung und Teilhabe in allen Bereichen die wichtigsten Lernziele für uns darstellen. Wir wollen Selbstvertreter*innen anregen, ermutigen und in die Lage versetzen, Vertrauen in sich selbst und in ihre Fähigkeiten zu entwickeln. Sie werden unterstützt, ihre eigenen Stärken und Kompetenzen zur Selbstgestaltung und Kontrolle der Lebenswelt zu entdecken und zu nutzen. Selbstvertretung soll sich langfristig etablieren:In Zukunft soll es eine Peer-to-Peer-Beratung geben, in der Selbstvertreter*innen unterstützende Experten werden.

Das ist der Plan

Im Rahmen des Projekts werden gemeinsam mit Kooperationspartnern aus dem Sozialraum Trier, verschiedene Themengebiete fachlich vertieft. Wir arbeiten zusammen mit dem Beirat für Menschen mit Behinderung der Stadt Trier, der Pro Familia Trier, dem Bildungs- und Medienzentrum Trier, der Industrie- und Handelskammer und der Handwerkskammer Trier.

Insgesamt 35 Selbstvertreter*innen aus unseren Einrichtungen werden mit dabei sein. Sie werden in vier Arbeitsgruppen eingeteilt und gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern fortgebildet: AG Politik, AG Sexualität, AG Bildung und AG Arbeit.

Politische Teilhabe und Bildung

In der Arbeitsgruppe Politik wollen wir politische Mitbestimmung stärken und politische Bildungsarbeit leisten. Wir machen nicht nur Gremienarbeit im Lebenshilfe-Trier-Behindertenbeirat oder im jeweiligen Wohnbeirat, sondern engagieren uns auch im Behindertenbeirat der Stadt Trier. Zudem wollen wir politische Podiumsdiskussionen veranstalten. Zudem wollen wir gemeinsam mit dem Bildungs- und Medienzentrum Trier und der Volkshochschule Trier politische Bildungsangebote schaffen.

Sexuelle Aufklärungsarbeit und Selbstbestimmung

Ein weiteres besonders wichtiges Thema ist Sexualität und Behinderung. Sexualität ist allen Menschen eigen und ein Grundbedürfnis. Wir wollen das Thema enttabuisieren und treten für einen offenen und toleranten Umgang ein. Gemeinsam mit dem sexualpädagogischen Fachpersonal von Pro Familia werden Workshops zu den Themen Sexualaufklärung, selbstbestimmte Sexualität und Partnerschaft, Elternschaft und Familie und Schutz vor sexualisierter Gewalt organisiert.

 

Barrierefreie Bildungsangebote schaffen

Gesellschaftliche Teilhabe fängt mit Bildung an. Leider mangelt es noch an barrierefreien außerschulischen Bildungsangeboten, besonders für Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen. Das wollen wir ändern. Zusammen mit dem Bildungs- und Medienzentrum Trier wollen Selbstvertreter*innen Bildungsangebote konzipieren, die speziell auf die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderungen ausgelegt sind und auf verschiedene Themenfelder übertragbar sind.

Mehr inklusive Arbeitsplätze

Die freie Wahl des Arbeitsplatzes ist ein Grundrecht. Menschen mit Behinderung soll es genau wie Nichtbehinderten möglich sein, "den Lebensunterhalt durch Arbeit zu verdienen", heißt es in der UN-Behindertenrechtskonvention. Hier kooperieren wir mit der Industrie- und Handwerkskammer (IHK) und der Handwerkskammer (HWK), um ein realistisches Bild von Arbeitsmöglichkeiten zu vermitteln, und um Arbeitgeber für die Möglichkeit einer Einstellung von Menschen mit Beeinträchtigung zu sensibilisieren. Unser Ziel: Beide Seiten sollen miteinander in Austausch gebracht werden.

Gefördert von Aktion Mensch

Das Projekt „Selbstvertretung – Nichts über uns ohne uns!“ ist von der Aktion Mensch gefördert und auf fünf Jahre angelegt. Coronabedingt verzögerte sich der Beginn. Das Projekt läuft seit dem 1. Januar 2022, aber auf Grund der hohen Infektionslage kommt es leider aktuell noch zu Verzögerungen, da Termine und Treffen verschoben werden müssen.

Ehrenmänner und Ehrenfrauen gesucht!

Für das Projekt suchen wir ehrenamtliche Helfer. Haben Sie Lust uns zu unterstützen? Melden Sie sich hier per E-Mail.

Rückblick: Selbstvertreter*innen-Kongress in Leipzig

Vor Corona gab es 2019 in Leipzig ein Selbstvertreter-Kongress. Mit dabei war auch eine Delegation der Lebenshilfe Trier. Hier finden Sie ein paar Eindrücke von der Veranstaltung.

Im Zuge des Kongresses war die Lebenshilfe Trier auch Teil der Kampagne „Selbstvertretung – Na klar!“ der Lebenshilfe-Bundesvereinigung. Hier finden Sie alle Selbstvertreter-Motive der Kampagne.

Infos in Leichter Sprache
Hier das Info PDF

Leipziger Erklärung
Hier das PDF

 

Ansprechpartner

Selbstvertretung

Florian Stiefel
Projektleiter
Tel.: 0651/46 39 72 23
florian.stiefel@lebenshilfe-trier.de

 

 

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