27.11.2012

50 Jahre und kein bisschen Midlife Crisis

Das Jubiläumsjahr der Lebenshilfe Trier war von zahlreichen Festen und Projekten geprägt. Zum Abschluss fand am vergangenen Samstag (24. November) der Festakt statt.

Rund 200 geladene Gäste feierten gemeinsam das 50jährige Bestehen der Lebenshilfe Trier. Zu den prominenten Gästen gehörten neben dem Schirmherrn Herrn Oberbürgermeister Jensen auch die Bundesvorsitzende der Lebenshilfe Ulla Schmidt (MdB, Bundesministerin a.D.) und der Bundestagsabgeordnete Bernhard Kaster. Der Vorstand der Lebenshilfe Trier, Dr. Martin Rieger, freute sich zudem Vertreter aus den kommunalen, regionalen und überregionalen Behörden, den Landesämtern und der ADD begrüßen zu dürfen. Ebenso begrüßte er Vertreter von anderen Lebenshilfevereinigungen, Organisationen und Verbänden aus Rheinland-Pfalz und der direkten Nachbarschaft. Zahlreich vertreten waren auch in der Lebenshilfe betreute Menschen mit Behinderung, deren Angehörige, Mitarbeiter und der Aufsichtsrat.

Zu Beginn der Feierstunde ließen es sich die Festredner nicht nehmen, zum 50jährigen Bestehen und den in dieser Zeit erreichten Fortschritten zu gratulieren. Oberbürgermeister Jensen zeigte seine persönliche Verbundenheit zur Lebenshilfe Trier. Er lobte das Engagement und den vielfältigen Einsatz, mit dem es in den vergangenen Jahrzehnten gelang, die Menschen mit Behinderung in die Gesellschaft zu integrieren. Vor allem das Schaffen von Arbeitsplätzen sei sehr wichtig.

Dass Menschen mit Behinderung Stärken haben, betonte auch Bernhard Kaster (MdB)-  selbst Mitglied der Lebenshilfe. Neben seinen eigenen Glückwünschen übermittelte er auch die besten Wünsche der Bundesfamilienministerin Kristina Schröder und des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Hubert Hüppe.

Die neugewählte Vorsitzende der Bundesvereinigung, Ulla Schmidt (Bundesministerin a.D., MdB), führte einige Beispiele auf, in denen es der Lebenshilfe Trier bereits vorbildlich gelungen sei, Inklusion vorzuleben. Hierzu zähle unter anderem der Schülerkiosk im Rathaus, der von der Porta-Nigra-Schule betrieben wird.

Hanna Rieger vom Landesverband verlieh die silberne Ehrennadel an langjährige verdiente Mitglieder der Lebenshilfe Trier. Geehrt wurden Alfons Görgen, Annebärbel Neurohr-Marquenie, Horst Erasmy und Walter Wehner. Sie alle waren jeweils mehr als 10 Jahre aktiv in Leitungs- und Kontrollgremien tätig. Mit ihrem zuverlässigen ehrenamtlichen Mitwirken haben sie die Vereinsentwicklung wesentlich gestaltet.

Im Rahmen des Festaktes wurde auch der Zukunftspreis der Stiftung Lebenshilfe Trier vergeben. Unter dem Titel „Wege der Inklusion" rief die Stiftung zu Beginn des Jahres auf, eigene Wege und Projekte aufzuzeigen, in denen sich die Gesellschaft öffnet. Drei Projekte wurden mit Geldpreisen ausgezeichnet, vier weitere erhielten eine lobende Anerkennung. Der erste Preis ging an Katharina Reichelt. Die 22jährige mit dem Handicap Trisomie 21 setzte sich mit dem Projekt „Traumberuf Musikerin" gegen die rund 40 Mitbewerber durch. Ihr gelang es, ihre künstlerische Begeisterung im Arbeitsleben als Musiktherapeutin umzusetzen. Platz zwei belegten die Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Türkismühle im Saarland mit der AG Begegnungen. Der dritte Preis ging an die RSC-Rollis Trier („Jedermannturnier"). Der interner Preis wurde an die Oberstufe der Porta-Nigra-Schule verliehen („ Ich war auch mal klein - ich werde auch mal alt" - „Jung trifft Alt"). Im Rahmen dieses Projektes besuchen Schülerinnen und Schüler regelmäßig ein nahegelegenes Altenheim.

Zum Abschluss zeigte Dr. Martin Rieger Perspektiven für die Zukunft auf. Unter anderem sei es der Lebenshilfe wichtig, das richtige Verständnis von Inklusion mit zu gestalten. Geplant ist für die kommenden Jahre, einen Inklusionsmonitor zu entwickeln. Dieser soll messen und widerspiegeln, wie inklusiv unsere Gesellschaft tatsächlich ist. Des Weiteren führte er aus, dass die Lebenshilfe die vom Sozialrecht geforderte „Ambulantisierung" gerne weiter fortschreiben werde. Allerdings bestünde weiterhin der Bedarf an stationären Plätzen für Menschen die auf Grund der Vielfalt und Schwere ihrer Beeinträchtigung niemals diesen Grad des selbstständigen Lebens erreichen können. Auch Menschen in höherem Alter hätten einen speziellen Bedarf, der über die ambulante Versorgung hinausgeht. Hierfür werde sich die Lebenshilfe auch weiterhin einsetzen. Außerdem wolle der Verein zukünftig noch stärker den Rat der Menschen mit Behinderung einfordern. Deshalb werde ein Beirat der Menschen mit Behinderung initiiert werden.

Umrahmt wurde der Festakt von verschiedenen Künstlern. Katharina Reichelt spielte auf ihrem Cello klassische Stücke, begleitet wurde sie von Holger Queck (Klavier). Das integrative Theater com.guck gab mit zwei kurzen Stücken neue Einblicke in die Thematik Inklusion. Diese regten sowohl zum Lachen als auch zum Nachdenken an. Dominik Rößler und Patrick Weiersbach, beides Schüler der Oberstufe der Porta-Nigra-Schule, gaben „Ein Kompliment" der Sportfreunde Stiller zum Besten. Die Tanzgruppe der Lebenshilfe Trier verabschiedete die Gäste mit ihrem Geburtstagstanz zum Empfang.

Beim anschließenden Empfang wurden verschiedenste Kunstwerke aus den verschiedenen Einrichtungen ausgestellt und zum Kauf angeboten.

 

Fotos folgen in Kürze.